Mittwoch, 23. Juli 2014

Rezension: Tilman Birr - Zum Leben ist es schön, aber ich würde da ungern auf Besuch hinfahren: Eine kleine Heimatkunde

Zum Leben ist es schön, aber ich würde da ungern auf Besuch hinfahren: Eine kleine Heimatkunde - Humor & Satire

Paperback, Klappenbroschur 
Seiten: 224
Verlag: Manhattan
Autor: Tilman Birr
ISBN: 978-3-442-54708-1
Leseprobe

Über den Autor: Tilman Birr begann seine Bühnenkarriere als Lesebühnenleser und Poetry Slammer. 2002 gründete er die "Lesebühne Ihres Vertrauens" in Frankfurt am Main. Seit 2008 ist er als Kabarettist und Musiker im deutschsprachigen Raum unterwegs.
Für seine Bühnenprogramme wurde Tilman Birr mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem Förderpreis des Deutschen Kaberettpreises 2013. Sein Debüt als Autor legte er mit "On se left you see se Siegessäule" vor. Er lebt in Berlin. 

Buch: Irgendwo hinter den sieben Bergen liegt ein Land, das dem Besucher seltsam fremd vorkommt. Die Bewohner wirken distanziert und distanzlos gleichzeitig. Sie haben immer recht und sind nie schuld. Sie reden laut und beschweren sich über den Lärm. Sie lachen gern mal (wenn's passt!), aber auf gar keinen Fall während der Arbeitszeit. Und sie fahren in einem Tempo Auto, als stünden die Nordkoreaner schon an der Oder. Befolgt man ein paar einfache Regeln, kommt man hier aber bestens zurecht: In der Landgaststätte kann man ruhig auch mal den auf der Tafel angepriesenen "Gordon Bleu" bestellen. Man darf darüber diskutieren, ob wirklich alle meine Entchen auf dem See schwimmen, oder ob das nicht eine klischeehafte Verallgemeinerung ist. Beim Sex sollte man auf gar keinen Fall den Fernseher laufen lassen, sonst riskiert man, dass einem Barbara Salesch in den Geschlechtsakt quatscht. Und man sollte bloß nicht alles zu ernst nehmen.

"Manche Eigenarten erschienen mir immer noch zu seltsam. Leute, die einen angucken, als sei man grün und hätte Antennen auf dem Kopf.  Einzelhändler, die überrascht schienen, dass jemand ihren Laden betrat und etwas wollte. Landesteile, in denen man offensichtlich nicht einfach einen Dialekt, sondern eine eine andere Sprache sprach (erstaunliche eigentlich, dass es hier keinen Separatismus gab). Vielleicht hielt man dieses Land auch nur aus, wenn man eine anständige Stammkneipe hat."

Fazit: Eigentlich mag ich Bücher, die vom Klappentext versprechen humorvoll zu sein. Leider wurde ich mit diesem Buch nicht wirklich warm. 
Es gab einige wenige Kapitel, die mich erfreuten: "Städtebeleidigungen I: Ruhrgebiet", "Ich finde das nicht lustig!" und "Zwei Zimmer, Küche, Bitchfight". Der Rest war für mich nicht witzig und eher mittelmäßig. Zwar habe ich den roten Faden erkannt, aber ich hatte oft das Gefühl, dass kein richtiger Zusammenhang im Buch entstanden ist. Die alltäglichen Situationen, die Tilmann Birr beschrieben hat, sind real und wurden sicherlich schon von jedem wahrgenommen. 
Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das Buch Leuten gefällt, die gerne Satire lesen. Wer aber ein richtig witziges Buch und eine zusammenhängende Geschichte erwartet, wird hier eventuell eher enttäuscht. 

Kommentare:

  1. Ich folge Dir jetzt regelmäßig und würde mich über eine Gegenvervolgung per GFC oder Google+ auch sehr freuen. Toller Blog. VG Kerstin

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo,

      vielen Dank für das Lob.
      Ich werde die Verfolgung aufnehmen :-)

      Liebe Grüße

      Sophie

      Löschen